Die gelbe, gelb-rote und rote Karte des Monats
Gelbe Karte des Monats
Seit geraumer Zeit sieht man in der 1. und 2. Fußballbundesliga immer öfter, daß nach unübersichtlichen Situationen Spieler, die sich oder ihren Verein vom Schichtsrichter benachteiligt fühlen, gelbe oder rote Karten für den Gegner fordern. Solche Spieler sollten in Zukunft selbst vom Schiedsrichter bestraft werden. Deshalb ein Appell an alle Fußballspieler: überlaßt gefälligst dem Schiedsrichter die Entscheidung, ob er die gelbe bzw. rote Karte zieht oder nicht! Klar?
Gelb-rote Karte des Monats
Diese Auszeichnung haben sich die Verkehrsbetriebe der Stadt Mainz verdient: Das Spiel Mainz gegen Frankfurt war gegen 21.15 Uhr zu Ende. Kurz vor 21.25 Uhr kam ich an der Haltestelle "Universität" der Linie 22 Richtung Finthen über Gonsenheim an. Um 21..33 h sollte laut Fahrplan ein Bus die Haltestelle erreichen. DENKSTE! Der nächste Bus erschien erst gegen 22.05 Uhr, d. h. ich wartete über 40 Minuten, während nach dem Spiel mehr als sechs Sonderbusse zum Hauptbahnhof oder zur Rheingoldhalle fuhren. Die letzten dieser Zusatzbusse waren noch nicht einmal halb besetzt. "Meine" Linie 22 war dann brechend voll, weil ich ja schließlich nicht der einzige war, der in Richtung Finthen wollte. Die Verkehrsbetriebe hätten erstens einen Ersatzbus für den um 21.33 Uhr ausgefallenen Bus zur Verfügung stellen müssen und zweitens hätte man doch einen einzigen Sonderbus nach Finthen fahren lassen können. Die Verkehrsbetriebe arbeiten mit ihrer miesen Organisation in jeder Hinsicht am Markt vorbei.
Rote Karte des Monats Die rote Karte des Monats geht diesmal an den Vorstand des 1. FSV Mainz 05, denn: Niemand der Vereinsoberen hielt es für nötig, in der Tagespresse, auf Infozetteln im Stadion etc. darauf aufmerksam zu machen, daß bei entsprechender Resonanz ein Fanbus am Freitag, den 18. 10., nach Meppen gefahren wäre. Wenn der Verein tatsächlich von seinem "Ihr seid nur ein Karnevalsverein"-Image weg will, sollten die Herren Strutz, Arens, Heidel, Reber und wie sie alle heißen, in Zukunft dafür sorgen, daß genug Werbung für das anstehende Auswärtsspiel gemacht wird, denn je mehr Leute im Fanbus sitzen, desto weniger Verlust macht der Verein. Noch sollte Mainz 05 froh sein, wenn überhaupt Anhänger freitags mit einem Fanbus zum Auswärtsspiel, z. B. nach Meppen, mit-fahren möchten, auch wenn dadurch, daß der Bus ziemlich leer ist, ein Minus ein-gefahren wird. Denn die Zuschauer, die an den Bruchweg gehen, sollte man nicht verkraulen, in dem man sich querstellt, was Auswärtsfahrten betrifft. Fazit: In Zukunft sollte rechtzeitig und mehrmals in der Zeitung, auf Infor-mationszetteln in der Stadt und im Stadion sowie über den Stadionsprecher beim Heimspiel Werbung für Fanbusse zu einem Auswärtsspiel gemacht werden. Nach Stuttgart, Köln, Mannheim, Frankfurt kann man preiswert mit dem Wochenendticket der Deutschen Bahn oder mit der S-Bahn (Frankfurt) fahren. An einem Freitag kommt man aber leider (noch) nicht "mal schnell" nach Meppen, ohne gleich mehr als 180 DM Zugkosten oder hohe Benzin-kosten fürs Auto bezahlen zu müssen. Außerdem darf man nie vergessen: es gibt auch Fans, die kein Auto haben und auch nirgendwo mitfahren können und somit auf Fanbusse und billige Bahnangebote (das ist nur das Wochenendticket für 35 DM) ange-wiesen sind. Also, es wäre doch toll, wenn zu jedem Auswärtsspiel ein oder mehrere Fanbusse fahren würden. Und das erreicht man nur durch viel Werbung, wenn nicht nur fünf Fans im Bus sitzen sollen. (o.k.)
Johannes Benner 16. November 1996